Wer freiwillig gesetzlich krankenversichert ist, zahlt Beiträge nicht nur auf Arbeitseinkommen, sondern grundsätzlich auch auf Kapitalerträge. Das überrascht viele, die aus der Pflichtversicherung als Angestellte kommen, wo Kapitalerträge in aller Regel keine Rolle spielen.
Der grundlegende Unterschied zur Pflichtversicherung
Bei angestellten Pflichtmitgliedern bemisst sich der Krankenkassenbeitrag ausschließlich am Arbeitsentgelt – Kapitalerträge bleiben außen vor. Freiwillig Versicherte werden dagegen nach ihrer gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eingestuft. Dazu zählen neben eventuellem Arbeits- oder Renteneinkommen auch Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden.
Wie die Beitragsermittlung praktisch abläuft
Die Krankenkasse fragt in der Regel jährlich den Steuerbescheid oder vergleichbare Nachweise ab, um die Höhe der Kapitalerträge festzustellen, und setzt darauf anteilig Beiträge fest – meist rückwirkend für das entsprechende Jahr, mit Nachzahlung oder Erstattung, je nachdem wie sich die tatsächlichen Erträge zur vorläufigen Schätzung verhalten haben.
Wo es legale Gestaltungsspielräume gibt
Es gibt bestimmte Konstellationen, in denen freiwillig Versicherte von einer Beitragsfreiheit auf Kapitalerträge profitieren können – etwa über eine Pflichtversicherung in einem berufsständischen System wie der Künstlersozialkasse, oder später im Rentenalter über die Krankenversicherung der Rentner. Beide Themen behandle ich in eigenen Artikeln dieser Reihe.
Warum sich ein genauer Blick lohnt
Gerade wer plant, in eine Phase mit überwiegend Kapitaleinkünften zu wechseln – etwa im Vorruhestand –, sollte sich frühzeitig mit der eigenen Krankenversicherungssituation beschäftigen. Die Beitragslast auf Kapitalerträge kann sich über mehrere Jahre summieren, und es lohnt sich, die eigenen Optionen zu kennen, bevor man in eine bestimmte Versicherungsform wechselt.
Ich bin selbst freiwillig gesetzlich krankenversichert und zahle aktuell Beiträge auf meine eigenen Kapitalerträge. Genau deshalb beschäftige ich mich intensiv mit den legalen Möglichkeiten, diese Beitragslast im Laufe der Zeit zu senken – ein Thema, das mich seit einiger Zeit begleitet und über das ich in kommenden Artikeln weiter berichten werde.
Vertiefende Literatur
Basiswissen Gesetzliche Krankenversicherung: EINE ÜBERSICHT ÜBER DIE STRUKTUREN, BEGRIFFE UND ZUSAMMENHÄNGE, https://link.amazon/B06aVMeFL *
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Thomas Roman schreibt auf FinBasis über Besteuerung, Krankenversicherung und Altersvorsorge – verständlich aufbereitet für alle, die ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen wollen.

